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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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GUTES GELD: Eine bundesweite Kampagne lädt zum Dialog ein

2017_Oikocredit_Ngo Thi Tu Thanh_Vietnam.jpg21.09.17

Geld ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Von den Frühstücksbrötchen bis zum Feierabendbier bezahlen wir Waren und Dienstleistungen mit Geld, ob bar oder mit Karte. Geld begleitet uns durch unser Leben vom Taschengeld bis zur Altersvorsorge. Daher verwundert es nicht, dass es viele Redensarten über das Geld gibt. So sagen wir beispielsweise, dass jemand „gutes Geld verdient“. Dabei ist klar, dass es um viel Geld geht. Viel Geld ist gutes Geld. Aber ist das so? Ist beim Geld wirklich Quantität gleich Qualität?

Die Schattenseiten des Geldes kennen wir

Nicht erst die letzte große Finanzkrise, die vor zehn Jahren in den USA ihren Ausgang nahm, hat uns die Schattenseiten des Geldes vor Augen geführt. Damals war die irrwitzige Vergabe von Immobilienkrediten der Auslöser. Schnell waren die „gierigen Banker“ als Schuldige ausgemacht. In ihrem Streben nach kurzfristigen Gewinnen hätten einige jedes Maß vergessen und so die verhängnisvolle Entwicklung in Gang gesetzt. Diese Sicht der Dinge hat ihre Berechtigung, wie die Aufarbeitung der Krise in Medien, wissenschaftlichen Untersuchungen und Gerichtsprozessen gezeigt hat. Und doch ist die einseitige Schuldzuweisung falsch. Daran erinnert der evangelische Theologe Ulrich Duchrow, wenn er in seinem Buch „Gieriges Geld“ (2013) schreibt: „Die gierigen Banker können nur so handeln, weil die Mehrheit in der gleichen Logik und im gleichen Geist mitmacht und weil sich diese Logik über die Jahrhunderte in Institutionen und Strukturen verfestigt hat“. Damit sind wir alle angesprochen. Wir können beim Konsum wie bei der Geldanlage allein auf die Maximierung unseres eigenen Nutzens setzen und alle Effekte ausblenden, die unser Handeln für Mitmenschen und Umwelt hat. Angebote gibt es genug: Wir können unser Geld gewinnbringend in die Fertigung von Rüstungsgütern investieren, in klimaschädliche Energiegewinnung oder in eine Konsumgüterproduktion, die den Schutz und die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter missachtet.

Wir können auch anders

Aber wir sind dazu nicht gezwungen, denn es gibt Alternativen. Wir können unser Geld auch so anlegen, dass es Menschen und Natur nicht schädigt. Wir können es sogar dazu einsetzen, die Welt etwas besser zu machen. Diese Alternativen möchten wir mit unserer neuen Kampagne unter dem Motto GUTES GELD deutlich machen. Wir möchten zeigen, dass Geld negative und positive Wirkungen haben kann, und dass die Entscheidung darüber bei jedem einzelnen liegt. GUTES GELD soll zum Nachdenken anregen und Gespräche, auch kontroverse Diskussionen ermöglichen. Wir wollen Menschen zum Handeln bewegen, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger und Weltuntergangsstimmung. Denn wir sind davon überzeugt, dass positive Beispiele Menschen stärker motivieren und nachhaltigere Veränderungen bewirken als Schuldzuweisungen und Belehrungen.

Beispiele für die positiven Wirkungen, die unser Geld haben kann, begegnen uns bei der Arbeit von Oikocredit tagtäglich. Da ist Ngo Thi Tu aus Vietnam (Bild 1), die von den Erträgen aus ihrem Handwerksbetrieb eine kleine Rücklage für Notfälle bilden kann und damit unabhängiger von den privaten Geldverleihern mit ihren sehr hohen Zinssätzen wird. Da ist die Genossenschaft FAPECAFES in Ecuador, die mit einem Darlehen ihre Produktion von fair gehandeltem Bio-Kaffee ausbaut. Da sind Patricia Leivas Sosa (Bild 2) und die Frauen von Manos del Uruguay, die mit einer Finanzierung von Oikocredit die heimische Wolle für die Fertigung ihrer Strickwaren kaufen. Und da ist die Oikocredit-Partnerorganisation Yalelo in Sambia (Bild 3: Terry Nkhoma), der die lokale Bevölkerung mit Fisch aus seiner nachhaltigen Zucht am Karibasee versorgt, so dass weniger Tiefkühlfisch aus China importiert werden muss. Die Reihe ließe sich mühelos fortsetzen.

GUTES GELD in Menschen investieren

Diese Erfolge ereignen sich nicht zufällig, sondern resultieren aus dem spezifischen Ansatz von Oikocredit. Im Mittelpunkt steht dabei die sorgfältige Auswahl unserer Partner anhand eines umfassenden Kriterienkatalogs. Dabei berücksichtigen wir neben der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells auch die ökologischen Effekte, die soziale Orientierung und die Qualität der Unternehmensorganisation. Dank dieses systematischen Auswahlverfahrens ist die Zusammenarbeit mit Oikocredit zu einem Gütesiegel für Mikrofinanzinstitutionen, Produktionsgenossenschaften und kleine und mittlere Unternehmen in vielen Ländern geworden. Die genaue Prüfung erlaubt es uns auch, unsere Finanzierungsangebote den jeweiligen Bedürfnissen der Partner anzupassen. Neben Darlehen werden dabei Beteiligungen immer wichtiger, um vor allem jüngere Unternehmen in der kritischen Wachstumsphase zu unterstützen. Eine Besonderheit bei Oikocredit sind die Finanzierungen in lokaler Währung, die mittlerweile etwa die Hälfte des Projektfinanzierungsportfolios von knapp einer Milliarde Euro ausmachen. Wenn Oikocredit ein Darlehen nicht in Dollar oder Euro, sondern in der jeweiligen Landeswährung vergibt, nimmt die Genossenschaft dem Partner das Risiko von Währungsverlusten ab.

Aber wir vergeben nicht nur Finanzierungen, sondern begleiten unsere Partner über den ganzen Zeitraum der Kooperation hinweg. Dabei bieten wir verschiedene Beratungs- und Schulungsleistungen an, die für Unternehmen in Ländern des Globalen Südens oft genauso wichtig sind wie Darlehen und Eigenkapitalbeteiligungen. Unsere Partner im Bereich des Inklusiven Finanzwesens beraten wir unter anderem im Risikomanagement und der kundenorientierten Produktgestaltung. Partner im Agrarbereich unterstützen wir bei der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte und geben ihnen wertvolle Instrumente für Finanzentscheidungen und den Einsatz organischer Anbaumethoden an die Hand.

In unserem Ansatz „Entwicklungsfinanzierung plus“ verbinden wir also Finanzierungs- mit Beratungsleistungen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit diesem Ansatz, den wir stetig weiterentwickeln, die besten Wirkungen mit dem Geld unserer Mitglieder erzielen. Und darum sagen wir, ist es GUTES GELD.

Da wir aus guten Gründen kein üppiges Budget für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit haben, freuen wir uns, wenn Sie die Kampagne GUTES GELD unterstützen.

Das ist ganz einfach: Freundeskreis, Familie, Bekannten, Arbeitskollegium die Kampagnenseite  www.gutesgeld.de empfehlen. Je mehr dort vorbeischauen, desto besser.

Und für alle, die auch in den Sozialen Medien unterwegs sind: Liken Sie uns bei Facebook und Instagram, folgen Sie uns bei Twitter. Es hilft uns sehr, wenn Sie unsere Kampagnen-Motive teilen und so noch mehr Menschen von Oikocredit und GUTES GELD erfahren.

Ein Beitrag von Matthias Lehnert, Geschäftsführer der Oikocredit Geschäftsstelle Deutschland.

Credits: Opmeer Reports

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