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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Gute Aussichten für die Zuckerfabrik von Manduvirá

Gute Aussichten für die Zuckerfabrik von Manduvirá

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Bau der Zuckerfabrik

04. Dezember 2015

Die Cooperativa de Producción Agroindustrial, Ahorro y Crédito Manduvirá Ltda – kurz Manduvirá – ist eine Genossenschaft, die in Paraguay Zucker in Bio-Qualität für den Fairen Handel produziert. Die Oikocredit-Partnerorganisation hat ihren Sitz im Bezirk Arroyos y Esteros (übersetzt „Flüsse und Sümpfe“) im Department Cordillera. Die Genossenschaft hat rund 1.700 Mitglieder, von denen die meisten Zuckerrohr anbauen, ernten oder als Arbeitskräfte in der Fabrik verarbeiten. Über Manduvirá erhalten die Bauernfamilien Zugang zum Markt und faire Preise.

Auch wenn der Bezirk Arroyos y Esteros als „Geburtsort des Bio-Rohrzuckers“ bekannt ist, gibt es dort kaum Arbeit. Die meisten jungen Menschen wandern auf Jobsuche in das Landesinnere ab, in die Hauptstadt Asunción. Früher waren die Zuckerrohrbauern zumeist auf Zwischenhändler vor Ort angewiesen, die keine angemessenen Preise zahlten. Um dieses Problem zu lösen, mietete Manduvirá 2008 zunächst eine Fabrik an und verarbeiteten das Zuckerrohr ihrer Mitglieder selbst zu Bio-Zucker. Leider lag diese Produktionsstätte aber 100 Kilometer von den Anbauflächen entfernt, was hohe Transportkosten verursachte.

Ein Traum wird wahr

Manduvirá hatte schon immer den Traum, eine eigene umweltfreundliche Zuckerfabrik in Arroyos y Esteros zu bauen und damit den Bäuerinnen und Bauern noch bessere Preise zahlen zu können und Jobs für junge Menschen zu schaffen. Mit Darlehen von Oikocredit (in Höhe von 2,9 Millionen US-Dollar) und anderen Investoren wurde dieser Traum tatsächlich wahr: Im April 2014 wurde die Zuckerfabrik eröffnet. Bei der Eröffnung erklärte Manduvirá-Geschäftsführer Andres Gonzalez Aguilera stolz: „Dank der neuen Fabrik können wir unseren lang ersehnten Traum verwirklichen. Wir können vor allem junge Menschen und Frauen beschäftigen und ausbilden und gleichzeitig Bio-Zucker von höchster Qualität produzieren.“

Zur Einweihungsfeier kamen Gäste und Vertreter aus vielen Ländern, öffentliche und kirchliche Würdenträger, Minister und sogar der paraguayanische Vizepräsident Juan Afara. Die Einweihung fand im ganzen Land ein positives Echo.

Startschwierigkeiten…

Allerdings gab es seit Eröffnung der Fabrik auch Rückschläge, wie sie für die Startphase eines Unternehmens typisch sind. Während der ersten Ernte mussten mehrere Anpassungen an der neuen Raffinerie vorgenommen werden, um die Produktivität und Effizienz zu optimieren. Rodrigo Ortiz, der Oikocredit-Länderbeauftragte für Paraguay, erläutert die Gründe: „In der Anfangsphase fehlte es der Genossenschaft an Betriebskapital. Außerdem führten Preisschwankungen und klimatische Bedingungen zu instabilen Märkten, was die Produktion beeinträchtigte. Manduvirá hat inzwischen viele Herausforderungen bewältigt. Heute sind nicht nur die Zukunftsaussichten gut. Die Genossenschaft ist sogar gestärkt und kann mehr für ihre Mitglieder tun.“ Seit der Eröffnung wurden 141 Arbeitsplätze in der Fabrik geschaffen.

…und gute Aussichten

2015 war das Wetter für die Aussaat des Zuckerrohrs gut; die Genossenschaftsmitglieder produzieren Zucker von hoher Qualität. Die Zahlen für die Ernte 2015 (ab Mitte Mai) lassen Produktionsmengen zwischen 10.000 und 12.000 Tonnen für den Bio-Zucker erwarten – eine deutliche Steigerung gegenüber den 4.300 Tonnen, die im ersten Betriebsjahr 2014 produziert wurden.

Manduvirá exportiert ihren Zucker derzeit nach Europa, Nordamerika und Japan sowie Südkorea und Australien. Auch in Deutschland kann man den Zucker kaufen (in unserer Liste finanzierter Partner-Produkte können Sie erfahren wo). Seit Anfang 2015 verhandelt die Genossenschaft mit mehreren paraguyanischen und internationalen Organisationen, um Betriebskapital zur Finanzierung der Ernten 2015 und 2016 zu mobilisieren.

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